Heute hatte ich geplant in den Bergen wild zu campen. Doch es kam anders!

Frühs um 07:30 Uhr ging es erst einmal zur Straße von Korinth. Ich wollte den Isthmus besichtigen. Und ich hatte Glück. Beim überqueren der Brücke kämpfte ich noch mit den glitschigen Holzbohlen. Drüben angekommen hielt ich an zum fotografieren.

Blick durch den Kanal

Doch der Brückenmeister meinte ich solle mein Moped auf die Mittelspur stellen. Kaum getan meinte er ich soll mich jetzt mal ruhig vor die Brücke stellen, es käme ein Boot. Und dann geschah mit was ich nicht rechnete!

Die Brücke senkt sich ins Wasser ab.
Die Brücke versinkt viele Meter tief im Wasser – am Ende sieht man sie nicht mehr.
Das Schiff fährt ein
Das Schiff fährt durch
Die Brücke taucht wieder aus dem Wasser auf.

Das war ein schönes Erlebnis. Nun ging es wieder weiter dem TET entlang. Der führte lange auf kleinen Sträßlein der Küste entlang.

Kleine malerische Küstenstraße

Doch schon bald ging es auf Schotter weiter. Viele der Wege sind frisch abgeschoben. Das wirkt auf den Bildern als toll zu fahren, ist es aber nicht. Der Belag ist dadurch extrem aufgerissen, weich, holprig, das Vorderrad schwimmt oft führungslos weg.

Frisch abgeschoben und sehr soft

Wie so gerne auf diesem Teil des TET, führt die Strecke an kleinen Kapellen vorbei.

Solch malerische Stellen verlocken natürlich auch zu Pausen.

Was da wohl für ein Tier sein Nest baut?
Welch eine Aussicht. 700m über dem Meer.
Mein Herz geht auf bei der Landschaft
Wer da im Nichts wohl die Bank hingestellt hat? Schöner kann sie allerdings kaum stehen!

Geplant war heute in Porto Germeno zu nächtigen. Ich dachte ich schlafe da irgendwo wild am Strand, denn der Ort ist ein Stück weg von Korinth oder Athen und da ist ja dann nichts los. Da habe ich mich aber tüchtig geirrt.

Kampf um jeden freien Parkplatz
Der Strand: Dicht gedrängt!

Ich habe also die erste Flucht des Tages angetreten und beschlossen, dass ich einfach ein Stück weiter auf meiner Offroadstrecke fahre und schau, dass ich was nettes zum bleiben finde.

Gesagt getan, noch die Getränkevorräte aufgefrischt, und ab ging es. Bald ging es wieder in Serpentinen steil aufwärts.

An einem alten Steinbruch beschloss ich zu bleiben. Ich hatte glatten Untergrund, eine tolle Fernsicht und viel Einsamkeit. Genau so was wollte ich…

Da steht es sich doch prima!
Welch herrliche Fernsicht!
Das mit der Einsamkeit ist relativ. Zwei französische Jeepfahrer die gestern mit mir auf dem Campingplatz waren kommen vorbei.

Mit vortschreitendem Tag braute sich am Horizont was zusammen. Lange sah es danach aus als würde das Gewitter an mir vorbeiziehen. Um 20:30 Uhr begann ich vorsichtshalber mein bereits aufgeschlagenes Nachtlager wieder einzupacken. Noch immer war nur ein Teil des Himmels bedeckt. Über mir blieb es schön. 

Doch plötzlich kam das Unwetter, es sprang quasi über den Berg. Ich packte hektisch den Rest, dann rauf auf das Motorrad, es war jetzt kurz vor 21 Uhr und es wurde dunkel. Alles was gerade noch blauer Himmel war, war nun tiefschwarz! Ich jagte die Schotterstrecke zurück – vorwärts wäre zwar kürzer zur Straße gewesen, aber von dort kam der Regen! Ich kämpfte gegen zwei Gegner: Regen und Dunkelheit. Die Strecke wählte ich danach, wo es am wenigsten zu regnen schien. Ein Ort erschien, ich rein, und – welch ein Glück – ein Hotel tauchte vor mir auf. Wie ich reingehe öffnet jetzt auch hier der Himmel seine Schleusen! 

Mit wachsender Sorge beobachte ich den Himmel.