Nachdem sich Barbara, Karin und Jens gegen 16:30 Uhr auf den Weg nach Olbia machten, verbrachte ich den gestrigen Abend mit Andrea und Rainer. Wir gingen auf dem Campingplatz eine Pizza essen. Um 22:15 Uhr machte ich mich auf den Weg zu meiner Fähre.

Die Fähre liess richtig auf sich warten. Sie legte so gegen 23:35 Uhr im Hafen an. Dann aber ging es zügig, es waren kaum Fahrzeuge im Hafen.

Kurz nach 24 Uhr hatte ich mir einen Schlafplatz eingerichtet, das erste mal seit 1996 wieder eine Deckpassage 🙂

Um 10:30 legte die Fähre in Civitavecchia an. Ich hatte Zeit, packte erst einmal in Gemütsruhe meine Sachen auf das Motorrad um schlußendlich als Vorletzter die Fähre zu verlassen.

Aus dem Hafen raus- und auf meine gewünschte Strecke navigieren war wieder mal eine Herausforderung, die aber nach zwei, drei Verfahrer bald gelöst war. Schnell ging es auf kleine Straßen, bei KM 27 hatte ich plötzlich Schotter unter der Stolle. Na, so war das für heute nicht geplant.

Die Strecke selbst war sehr schön gewählt, ich zirkelte bald hinauf in die Höhen verschiedener Regionalparks mit Höhen dieseits von 800m. An den Auffahrten wurden viel Haselnüsse und Maronen angepflanzt.

Pausen gab es natürlich auch:

Super schöne Orte lagen auf dem Weg: Barbarano Romano war einer, Narni ein weiterer Ort den ich ganz sicher einmal separat besichtigen will.

Lange Zeit fuhr ich zügig und fast alleine durch das Tal der Nera – ein wahrer Genuss!

Was mich irgendwann berührte waren zwei Dörfer in den Bergen. Da war jedes zweite Haus verfallen, viele gestützt wie in dem nächsten Bild, viele auch mit Stahl- oder Kunststoffbänder zusammengespannt. Irritiert hatten mich die vielen, vielen kleinen Hütten die wie für Militär oder Urlauber aussahen. Ziemlich viele davon waren auch bewohnt. Es dauerte schon eine Weile bis kapierte was ich da gesehen hatte. Die Orte waren von Erdbeben verwüstet – und scheinbar ist kein Geld da, sie wieder aufzubauen.

Als sich die Strecke zum Meer absenkte wurde der Verkehr dicht, das Vorwärtskommen schwer und Spaß machte es eigentlich auch keinen mehr.

Insgesamt habe ich heute die Strecke umgeschmissen. Warum? Den ersten Campinplatz den ich anlief – auf dem wollte ich nicht bleiben. Zu einsam, zu dunkel erschien er mir. Den zweiten Platz hätte ich zu Beginn der Mittagspause angelaufen, und die machen die Pause hier – unverrückbar! Also bin ich geradewegs durch an die Adria und schau, dass ich bereits morgen auf die Fähre komme.

So bin ich jetzt auf dem erstbesten Campingplatz gelandet, habe ein nettes Plätzchen, nur im hiesigen Lokal bekomme ich scheinbar nichts serviert. Ich muss jetzt also los und schauen, dass ich was zum essen bekomme!

Die heutige Strecke betrug ungefähr 350 km – es war schon ein Schlauch, vor allem nach der kurzen und unruhigen Nacht.