Heute morgen navigierte ich mich aus Sofia raus. Natürlich habe ich mich zwei mal verfahren. Beim zweiten mal traf ich zufällig an einer Kreuzung noch Dimitar. Ich bin mir nicht sicher ob er mich registrierte…

Nachdem ich getankt hatte ging es zügig in Richtung Norden. Obwohl es gar nicht so hoch war, musste ich bei der Durchquerung des Balkangebirges feststellen, daß es zwischenzeitlich Herbst geworden ist. Auch hier in Bulgarien. Mir war eine Zeit lang bitter kalt.

Um 11 kam ich in Nikopol an, wo ich die Fähre über die Donau nahm. Alleine, daß das eine Stunde fünfundvierzig in Anspruch nehmen würde bis ich schlußendlich in Rumänien eingereist bin, damit hatte ich nicht gerechnet. Apropos Einreise. Der Grenzer war ein netter Herr, etwa in meinem Alter. Er zog mich in der Schlange nach vorne und sprach mich freundlich an: Alter Herr kommen Sie. WIE BITTE? Ich glaube ich spinne! Das ist mir nun das erste mal passiert. Alter Herr. Unfassbar.

Warten auf die Fähre
Ganz schön eingeklemmt stehe ich da
Ein „ Donaudampfschiff“
So ca. 3000 km hat die Donau hier schon hinter sich
Anlegestelle in Rumänien

Der Übertritt ging locker von statten, und kaum hatte ich meine Einreisesteuer von 4 Bulgarischen Lev abgedrückt, schon durfte ich weiterfahren.

So arbeitete ich mich über kleinere und größere Landstraßen durch weite, weite Ebenen bis nach Pitesti. Nichts war los, und die wenigen Autos die unterwegs waren, fuhren wie besessen…

Einfach anzünden! Ganz wohl war mir nicht an den Flammen vorbeizufahren

Ab Pitesti wurde die Straße zwar breit, dafür aber voll und damit langsam. Immer wieder kamen Polizeikontrollen und das zu Recht. Wenn immer machbar fahren die hier mit 90 durch die Ortschaften. Aber der Gegenverkehr warnt einen und so stehen die Polizisten ziemlich untätig herum.

Ob die des Nachts wohl eine Kerze in die Lampe reinstellen?

Ab Voinesti ging es fast schon alpin den Berg hinauf. Die Passhöhe lag bei 1350m. Immer wieder galt es Fahrzeugschlangen zu überholen die sich hinter Bussen oder LKWs gebildet hatten. Dennoch war dieser Teil der Strecke wunderschön!

Nun bin ich in Bran. Das ist der Ort mit der Burg in der angeblich Graf Dracula sein Unwesen getrieben hat (stimmt nicht).

Die Burg von Graf Dracula

Leider hatte ich ziemlich lange nach einer Unterkunft suchen müssen. Zum einen klappt die Verknüpfung der Adressen aus Booking.com nicht, ich suchte zwei Unterkünfte vergeblich. Zum anderen ist einiges ausgebucht und ich wurde abgewiesen. Und dann rufen die hier ziemliche Preise auf. Gelandet bin ich jetzt in der Pension Miracole für 120 Leu oder 25€ die Nacht. Mehr mag ich einfach nicht bezahlen. Hier bleibe ich die nächsten drei Nächte.

Die Strecke

Mit 488 gefahrenen Kilometern war das heute ein heftig langer Fahrtag. Ursprünglich hatte ich geplant irgendwo in der Hälfte der Strecke zu Übernachten, aber ich hatte dann doch keine Lust irgendwo in der Walachei zu pennen. Ja – hier ist sie die Walachei! Das ist das ganze Flachland im Süden Rumäniens. Siehe Link: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Walachei_(Region)