Heute gab es TET vom feinsten. Doch bevor es soweit war, packte ich um 6:30 Uhr mein Zelt zusammen..

Die Erfahrung zeigt, ich brauche ca. 1 Stunde um Abfahrtbereit zu sein.

Ein letzter Blick: Habe ich auch alles?

Der Tag hatte viel, viel TET, aber auch einige schnelle Verbindungsstrecken. Nur so konnte ich die 265 km ordentlich hinter mich bringen.

Bald nach dem Start ging es ab in die Büsche und ich kam an einer Bucht raus, das war schon „Mama Mia“ kitschig schön dort. Ich musste erst mal einen Kaffe zu mir nehmen. Dem Mitteilungsdrang des Kaffeehausbesitzers und seines Freundes wurde ich kaum Herr 😉

Mein Kaffeehausblick
Strandblick
Blick von der „Küstenstrasse“
DIe „Küstenstrasse“
Geht einem da nicht das Herz auf? Eine Fähre zieht ihren Weg durch die See.

Zugegebenermassen war die Strecke nicht immer schön zu fahren. Viel davon sehr, sehr holprig, in den Wäldern extrem verspurt, extrem nass mit Pfützen, extrem steinig. 

Hier führt mein Weg aus den Wäldern heraus, tief runter bis kurz vor das Meer.

Mein gefährlichster Gegner bis zu diesem Zeitpunkt: Der Mensch. Die fahren mit ihren Pickups wie bescheuert, schneiden jede Kurve und bolzen ins Unterholz ohne das geringste zu sehen. Einmal standen sich ein Pickup und ich 4 Meter gegenüber nachdem jeder eine Notbremsung hingelegt hatte.

Hinter Volos brachte mich der TET unfassbar schnell von Meeresspiegel auf 900 m Höhe. 

Steil! bergauf
Blick über Volos auf das Meer

Hatte ich schon mal gesagt, dass der TET immer wieder gut ist für eine Überraschung? Da war sie wieder!

Bis dahin war es ja noch ok… jaja, das war der Weg bislang!
Aber DAS wäre der Weg gewesen!

Der Weg war immer kleiner geworden, schob sich dann als Erde / Grasweg steil und mit engsten Kehren den Berg hinan. Soweit spielte ich ja noch mit… doch als der Weg zum Singletrail wurde der im Ginster verschwand, da drehte ich doch um!

Sehr zu meiner Freude half erneut meine eigene OSM Karte. Ich konnte zügig eine Alternative identifizieren und arbeitete mich so zur nächsten Straße durch.

Ganz schön warm im Helm!

Der Tag ist heute in seinen Temperaturen moderat. Im Tal waren es am Nachmittag nur 33 Grad…

Weiter ging es durch das Peliongebirge, bekannt als Wanderparadies.

Den Pelion hoch, ganz ehrlich, da wurde es mir langsam zu bunt. Steine, Auswaschungen, holprig, holprig, viel im ersten Gang ging es die wenig gewarteten Wege hinauf bis auf 1250 Hm. 

Irgendwann ging es das alles wieder steil bergab, die Strecke wurde besser, ich fuhr durch Olivenhaine, Walnussplantagen, Obst und Gemüse aller Sorten wurde angebaut. Entsprechend kamen wieder Pickups… 

Diese Aussichten entschädigen für die Mühe

Irgendwann war es denn auch Zeit für eine Pause. Es gab einen Apfel und einen Nussriegel. Nicht gerade üppig, aber genug.

Zeit fürs Mittagsmahl

Und wie ich da so genüsslich in der Gegend rumschiele, eigentlich ein Nickerchen in Betracht ziehe – *KAWUMM*… Hinter mir am Berg oben zog sich ein Gewitter zusammen. Wie jeden Tag… Da ich hier in meiner Strecke völlig gefangen bin (Ich bin am tiefsten Punkt und egal ob ich vorwärts oder rückwärts fahre, ich muss wieder auf 1200m hoch und habe ca. 2 Stunden Schotter vor mir.

So war es aus mit der Besinnlichkeit, ich rauf auf meinen Bock und der Kiste die Sporen gegeben was das Zeug hält. 

Das einzige Bild zu dem ich noch anhalten wollte (ok ich musste mal…)

So bolzte ich den Berg hoch, zum Glück war die Strecke nicht ganz so schlecht wie am Morgen und, noch viel wichtiger, das Wetter hielt sich am Mount Pelion fest den ich mit Abstand umfuhr. So bekam ich nur ein paar Tropfen ab.

Irgendwann war ich zurück auf Teer und freute mich über die sagenhafte Passstraße, den tollen Grip, und dass ich nicht mehr schottern müsse… aber halt – nix da! Links abbiegen!!! Und wieder 15 km Elendsschotter…

Irgendwann kam ich dann in diesem Nest hier an. Ich bin hier nicht weil es so schön ist, sondern weil es vielleicht einen Campingplatz gibt. Gibt es auch, und daß der Basic ist war vorher schon klar. Aber so???

Rezeption geschlossen!

Ich will schon wieder fahren, kommt eine junge, na Dame wäre zu viel gesagt, also eine junge Wilde daher und meinte, klar hätten sie offen. Ich solle mein Zelt hinstellen wo ich mag. Wenn ich sie bräuchte, ich würde sie schon irgendwo finden…. WLAN? Solle es vielleicht in zwei Wochen geben. Inshallah????

So steht mein Zelt ganz nett da.

Zum Spätnachmittag, als sich die spärlichen Gewitter verzogen hatten, ging es noch zum Örtchen. Ein bisserl was will ich davon ja schon sehen.

Im Hafen
Der Strand – nicht unbedingt eine Wucht. In der Bucht davor Heerscharen von Wildcampern.

Zum Abendessen ging ich auf Empfehlung der CampingplatzWilden in ein FastFoodrestaurant.

Da kann ich nur sagen: Best Choice. Ich nahm das Pita Gyros, und als ich es vertilgt hatte, nahm ich gerade noch eines. Der Tag hatte mich hungrig werden lassen!

Die Strecke: 

265km die heutige Strecke. Durchschnittsverbrauch: 4,2 Liter