Das war ein Tag heute! Es war alles dabei was man braucht – oder eben auch nicht.

Nachdem ja in Vatra Dornei eiskalt angesagt war, ließ ich mir am Morgen erst einmal Zeit. Um 9:40 Uhr, es waren schon 4 Grad, war ich dann betankt auf der Strecke. Bereits nach 7km musste ich das erste mal anhalten. Die erste schöne Kirche stand am Wegesrand.

Kloster mit Holzkirche 7km von Vatra Dornei entfernt.
Kloster mit Holzkirche 7km von Vatra Dornei entfernt.

Dann ging es einen wirklich schönen Paß hinauf. Noch war es aber so kalt, daß ich alle 10km anhielt um die Hände am, Motor zu wärmen. Der war aber selber kaum warm…

Das sollte man wissen bevor man mit dem Wohnmobil ankommt!
Eine tolle Paßstraße

Im Tal brauchte ich erst einmal einen Kaffee.

Pause am Morgen. Noch ganz schön kühl.

Nun kam Highlight #1. Das Moldovita Kloster mit seiner außen bemalten Kirche.

Außen bemalte Kirchen in der Bucovina

Wirklich schön! Die Strecke ging weiter geteert und schön geführt im Tal entlang.

Goldene Dächer – silberne Dächer. In der Bucovina glänzt viel.
Schmalspur Wildbahn wie man sie überall findet wo die Holzwirtschaft Bäume aus dem Tälern bringen musste

Dann begann mein ungeteerter Teil der Strecke. Er begann mit einer unglaublich steilen Rampe, lose Steine, Absätze. Als ich oben war, hatte ich harte Unterarme und war heftig am schwitzen! So war ich auf einem Höhenkamm angelangt an dem sich Hof an Hof reihte. Jeder Hof macht sein Gelände dicht.

Beim zweiten Stop, ich musste anhalten um das Gatter zu öffnen, hatte ich den falschen Gang drin. Gas geben und  „KLACK“. Der Motor steht, die Karre kippt und ist nicht mehr zu halten. Ich schau nur noch, daß ich wegspringe.

Der Mist: Auch nachdem ich die Kiste umgedreht habe bekomme ich sie nicht aufgerichtet. Ich stehe im Tal, die Räder sind im Tal, aber um sie aufzurichten muss ich sie irgendwann auf dem Schenkel abstützen, und dazu bin ich nicht in der Lage. Also liegen lassen, runter zum Bauern wandern… der kommt mit mir den Berg im Suzuki Jeep wieder hoch und ratzfatz steht die KTM. Alles gut, nur mein Kreuz tut nun weh.

Typische Streusiedlung
Auf 1300m wohnt es sich einsam und kalt.
Lange geht es ruhig und einsam dahin. Doch die Spuren der Autos im Schlamm sind frisch.
Einsames Haus.
Die Menschen hier leben maßgeblich von der Holzwirtschaft und ein klein bisschen vom Vieh.
Auf 1300m: Einsam wohnt man hier. Und kalt.
Einsamkeit entlang der Ukrainischen Grenze
Pfützentango mit SEHR tiefen Pfützen. Kilometerweit.
Verdammt, ich roame in der Ukraine!!!
Einsamkeit entlang der Ukrainischen Grenze

Nach 86 Kilometer war ich wieder auf der Straße. Zwischendrin war es wirklich gut steinig. Ich bewundere die Jungs die mit ihren dicken Mopeds diese Strecke fahren. Entweder sind die besser drauf als ich, oder die haben echt hart zu arbeiten.

So kam mir um 15:30 ein KTM 1290 Adventure Fahrer im Tal entgegen, der volle Kanne auf den Schotter zuhielt. Ich dachte nur: Mutig! Wenn der um diese Uhrzeit noch die Etappe in Angriff nimmt…

Nun, für mich war das das absehbare Ende des Schotters für diesen Urlaub und es standen noch zwei Besichtigungen an. 

Holzkirche unterwegs

Das eine war die Holzkirche von Leud Deal. Hier in der Maramuresch dreht sich viel um Holz. Kirchen, Häuser und tolle (Eingangs)Tore.

Doch kurz bevor ich nach Leud Deal kam fuhr ich durch eine kleine Ortschaft. Es ging in engen Serpentinen den Berg hoch. Plötzlich schmierte mir das Vorderrad weg, ich konnte richtig dabei zusehen – nur machen konnte ich gar nichts mehr! Das Motorrad krachte auf die Straße, drehte sich um 180 Grad. Ich landete zuerst auf dem linken Knie, dann stütze ich mich noch etwas mit der linken Hand ab. Ich blieb unter der linken Seite des Motorrads gefangen. Sofort kam ein Anrainer und half mir. Und? Schäden?

Nur wenig. Also, mir ist erst mal gar nicht passiert. Wirklich GAR nichts. Meine Hose hat es verrissen:

Das linke Knie ist verrissen

Das ärgert mich schon, die war doch nur eine Saison alt und heiß geliebt. Gut war aber: Der Knieprotektor (Forcefield), den ich wie einen Strumpf anziehe hat perfekt funktioniert!

Von der Ortlieb Packtasche hat es einen Riemen abgerissen, wenn ich den ansehe frage ich mich wie das geschah. Das ist aber kein Problem, da kann schnell ein neuer vernietet werden. 

Der linke Handschuh hat einen Schmarren, das ist aber unwichtig, denn die Handschuhe sind uralt und nicht mehr genutzt.

Relativ emotionslos besah ich mir noch die Straße, denn ich hatte zuvor nicht gesehen wie das geschehen konnte und danach auch nicht. Außer einer dünnen Ölspur war nichts was der Ausschlag hätte sein können. Ich verstehe es bis jetzt noch nicht.

Somit setzte ich mich wieder auf das Moped und weiter ging es. Bald ging es links ab nach Leud Deal, wo ich die sehr heimelige, kleine und schöne Holzkirche fand. Die Kirche ist UNESCO Kulturerbe. Mehr in Wikipedia hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Holzkirche_von_Ieud_Deal

Holzkirche von Leud Deal

Ich hatte Glück, die Kirche war eigentlich verschlossen und wurde für eine Reisegruppe von Franzosen geöffnet. So konnte ich auch den Innenraum bestaunen.

Holzkirche von Leud Deal

Die Gemälde in der Kirche sind nicht einfach auf das Holz gemalt. Man nutzte Stoffe, bemalte die und beklebte damit die Wände. Ich nehme an, neben der geistlichen Darstellung, sollten so die Ritzen zwischen den Balken zugemacht werden.

Holzkirche von Leud Deal

Abschließend ging es noch die wenigen Kilometer weiter zum Nonnenkloster von Barsana, einem Kloster das in seiner heutigen Form erst 1993 errichtet wurde.

Kloster Barsana
Kloster Barsana
Kloster Barsana
Kloster Barsana

Dafür ist es in seiner Dimension und Ausführung atemberaubend. Ich machte gleich mehrere 360 Grad Bilder davon.

Nun waren es noch 10 Kilometer zur Unterkunft. Sehr nett hier.

Meine Unterkunft für heute: Pensiunea Rustic Oncesti

Hier gab es auch ein deftiges Abendessen. Zuerst Suppe mit Fleischbällchen, danach Wurst und (fettiges) Fleisch mit Kraut. Alles toll gewürzt und sehr schmackhaft.

Was trinkt man dazu? Genau, wir sind schon nahe an Russland: Wasser und Schnaps!

Die Strecke

Heute waren es 245km, davon 86 km schönster, abwechslungsreicher Schotter.

Ach ja

Vom zweiten mal Motorrad aufheben heute tut mir nun das Kreuz so richtig weh. Mist.

Was hatte ich heute an um der Kälte zu strotzen?

  • Lange Unterhose
  • Hose
  • Regenhose
  • Schwitzshirt
  • Langarmshirt
  • Rollkragenpulli
  • Jacke
  • Regenjacke

…mehr ging nicht.